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Trecker und Schlepper

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Trecker und Schlepper

Von Torsten Reck

Hanomag Trecker

Der erste Trecker mit Rollachsen wurde im Maßstab 1:90 verwirklicht, den Wiking für die meisten Modelle im angenäherten H0-Maßstab angewandt hat.

Mit dem Formenbau wurde 1952 begonnen, das Modell war von 1953 bis 1955 erhältlich. Vorbild war der Hanomag R 25, der von 1949 bis 1951 insgesamt 1120 mal gebaut wurde. Der Vierzylinder-Dieselmotor leistete 25 PS.

Fahr Schlepper

1956 löste der Trecker Typ Fahr den Hanomag im Wiking-Programm ab.

Mit dem Formenbau wurde 1955 begonnen, das Modell wurde jedoch abweichend im Maßstab 1:80 ausgeführt. Während man bei großen Modellen wie dem Krupp Titan, dem Ackermann Möbelwagen oder den Straßenbahnen mit 1:100 einen kleineren Maßstab nahm, wurde für den kleinen Traktor ein größerer gewählt.

Vorbild des Wiking-Modells ist der Fahr D 180 H, der von 1954 bis 1958 insgesamt 8.020 mal gebaut wurde. Der luftgekühlte Zweizylinder-Dieselmotor leistete 24 PS.

Das Modell hatte anfangs einen angesetzten langen Luftfilter, der später dem Rotstift zum Opfer fiel.






Version 1 mit angesetztem langen Luftfilter, Version 2 ohne Luftfilter, Version 3 mit integriertem kurzen Luftfilter © Fotos: Reiner Zeltsch

Porsche Diesel Schlepper

Parallel zum Fahr Schlepper bot Wiking ab 1958 dem Porsche Diesel Schlepper an, von 1968 bis 1977 wurden beide Modelle unter derselben Artikelnummer als Norm Schlepper Fahr oder Porsche an den Handel ausgeliefert.

Auch für den Porsche Diesel wählte Wiking den abweichenden Maßstab 1:80. 1957 wurde ein erstes Muster-Modell des Porsche Diesel AP 18 fertiggestellt. Dieses überzeugte scheinbar nicht, den man entschied sich anstelle des AP 18 mit Zweizylinder-Motor den P 133 mit Dreizylindermotor zu verwirklichen, der fast identische Maße jedoch einen längeren Radstand besaß.

Porsche Diesel hatte 1956 die Produktion von Allgaier übernommen und den A 133 als P 133 weitergebaut. Während Allgaier seine Schlepper laubgrün (Exportmodelle signalorange) lackierte, war die Porsche-Hausfarbe karminrot. Die Felgenfarbe bei Allgaier war rot, bei Porsche elfenbein. Von 1952 bis 1955 entstanden rund 4.000 A 133 und von 1956 bis 1957 rund 2.200 P 133. Der in beiden Modellen verbaute Dreizylinder-Dieselmotor leistete 33 PS.

Der P 133 wurde im September 1957 vom Super 308 mit nun 38 PS abgelöst, der äußerlich dem P 133 glich, jedoch etwas länger und breiter war, so dass das Wiking-Modell auch eine Porsche Diesel Super 308 im Maßstab 1:87 darstellen könnte. Der P 133 hatte seitlich die Typbezeichnung "133", der Super 308 die Typbezeichnung "Super" auf der Haube stehen. Bisher hat Wiking beim Porsche Schlepper auf den Aufdruck einer Typbezeichnung verzichtet.

Deutz Schlepper

1964 wurde das Wiking-Sortiment um einen dritten Schlepper ergänzt.

Mit dem Formenbau wurde schon 1962 begonnen, für das Modell wählte man den ungewöhnlichen Maßstab 1:86. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt.

Vorbild des Wiking-Modells war der F4L 514, der mit seinen 65 PS lange Zeit der stärkste Traktor im Deutz-Programm war, dessen Haubenform 1962 optisch der D-Serie angeglichen wurde. Von den Traktoren der D-Serie unterschied sich der F4L 514 dadurch, dass er nur von hinten bestiegen werden konnte.

Anfang/Mitte der 1970er Jahre wurde bei einer Formenreparatur das bisher vorbildgerecht beidseitig an der Hinterachse abgeschrägte Seitenblech auf der linken Seite begradigt.




Version 1 schräg, Version 2 gerade © Fotos: Auktionshaus Saure, Martin Stricker

1964 wurde der F4L 514 bei Deutz durch den D 80 mit 75 PS und Sechszylinder-Motor abgelöst. Optisch konnte man den D 80 an dem stehenden Auspuff erkennen.

Erst 1980 glich Wiking das Modell optisch an den D 80 an. So bekam es einen stehenden Auspuff, der allerdings nicht wie beim Vorbild vom Motor an der Haube vorbeigeführt wurde. Der Bereich um die Hinterachse wurde umgestaltet, um ein Dach aufzunehmen, dabei wurde der bei der D-Serie auch von vorne mögliche Aufstieg geschlossen dargestellt, da sich bei montiertem Wetterdach dort eine Plane befunden hat.

Der D 80 war etwas größer als der F4L 514, so dass sich für das Wiking-Modell nun ein Maßstab von 1:90 ergibt.

Das Dach konnte optisch wenig überzeugen, so dass es bei der Wiederauflage von 1995 verschwand.

Warum auch immer erschien 2014 ein Wiking-Modell welches als "D 40 L" beschriftet wurde. Der D 40 L war beim Vorbild 88 cm kürzer und 40 cm schmaler als der D 80 und hatte keinen stehenden Auspuff. Der Wiking-D 40 L hat somit einen Maßstab von 1:70.


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