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US-Lastwagen - Varianten und Bezeichnungen

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International Harvester

von Holger Hausmann

Im Gegensatz zu den übrigen US-Lkw-Modellen im damaligen Wiking-Sortiment darf man bei dem IHC Loadstar (IHC = International Harvester Company) von einem gewissen Verbreitungsgrad auf deutschen Straßen sprechen – es handelte sich nämlich um einen Deutsch-Amerikaner. Im Jahre 1963 versuchte die IHC sich neben den erfolgreichen Landmaschinen auch mit Lkws auf dem deutschen Markt zu etablieren. In den Anlagen der ehemaligen Fuchs-Waggonbau in Heidelberg wurde der Lkw (zGG 7,49 - 11 t) montiert. Die Bausätze stammten aus den USA.
Der Lkw wurde auf dem deutschen Markt jedoch nicht unter der amerikanischen Verkaufsbezeichnung Loadstar angeboten, sondern unter den Typenbezeichnungen International CO 1600, 1700 und 1800. Das "CO" stand für Cabover (Frontlenker). Der Motor, ein 6-Zyl.-Diesel-Direkteinspritzer mit 125 PS von Perkins, war allen Nutzlastklassen gemein. Typisch amerikanisch war die Lenkradschaltung.
Als Besonderheit darf auch der im Frontbereich nach unten gekröpfte Rahmen betrachtet werden, durch den die Maschine sehr tiefbauend installiert werden konnte (somit ist die "niedrige Erscheinung" des Modelles absolut authentisch). Das Fahrzeug fand wie gesagt eine gewisse Verbreitung in Deutschland, u. a. beschaffte die Dortmunder Union-Brauerei etliche Exemplare. Letzlich war der deutsche Wettbewerb jedoch zu stark, um dem Loadstar eine Existenzlücke zu lassen. Als IHC die Produktion des Loadstars 1966 in Deutschland einstellte, erschien das Wiking-Modell als International Harvester.

Chevrolet Kurz- und Langhauber

von Torsten Reck

1955 ersetzte bei Chevrolet das neue LCF-Modell (Low-Cab-Forward) das alte COE-Modell (Cab-Over-Engine). Der Vorteil des Kurzhaubers war der kürze Radstand und damit die größere Wendigkeit. Die Lastenwagen der Serie 5000 waren mit Taskmaster V8 155-PS-Motoren und 4 -Gang-Getriebe ausgestattet. Beim 5100 war der Benzintank unter dem Fahrersitz untergebracht, während bei den Modellen mit größerem Radstand Satteltanks Verwendung wanden. Der 5100 LCF war ein sogenanntes 2-Tonnen-Modell mit 112 Zoll Radstand und einem zulässigen Gesamtgewicht von 8.845 kg. 1958 wurde die Serie 5000 durch den Viking 50 abgelöst, der sich optisch durch Doppelscheinwerfer vom Vorgänger unterschied.
Den Kurzhauber findet man bei Wiking als Sattelzug mit Tieflade- (Nr. 490), Pritschen- (Nr. 510), Kühlkoffer- (Nr. 521) und Tankauflieger (Nr. 800) sowie als Solozugmaschine (Nr. 521) wieder.

Im März 1955 bekamen bei Chevrolet die mittleren und schweren Langhauber neue Kabinen mit Rundum-Windschutzscheiben und eine neue Motorhaube mit einem ausgeprägten frontalen Überhang. Angetrieben wurde die Lastwagen der Serie 6000 wahlweise von einem Jobmaster 6-Zylinder-Motor mit anfangs 140 und später 148 PS oder dem Taskmaster V8-Motor mit anfangs 145 und später 155 PS, der ab 1957 auch mit 160 und 175 PS erhältlich war. Der 6500 mit 172 Zoll Radstand gehörte ebenfalls zur sogenannten 2-Tonnen-Klasse. Auch er wurde 1958 durch ein Nachfolgemodell mit Doppelscheinwerfern abgelöst: dem Viking 60.
Im Wiking-Sortiment findet sich der Langhauber als Lastwagen mit einfachem und erhöhtem Gitteraufbau sowie als Lastwagen mit (Flach-)Pritsche wieder (Nr. 440, 442, 444 und 448).

Achtung Die Bezeichnung "Loadstar" in einschlägigen Sammlerkatalogen darf für die Chevrolet-Modelle als falsch und verwirrend angesehen werden. Bei Wiking wurden die Modelle neutral als USA-Lkw bzw. USA-Sattelschlepper bezeichnet.

Mack F-Serie

von Torsten Reck

1976 baute Wiking die Kabinenform der großen MAN-Pausbacke (10.230) zu einer US-Zugmaschine um. Dabei wurden einige Merkmale der F-Serie von Mack (Positionsleuchten und Fanfaren auf dem Dach, seitliche Luken im Bereich der Schlafkabine, Kühlergrill, Auspuffrohre an Kabinenrückwand) übernommen, einige Elemente (schräge A-Säule, Scheinwerfer, Blinker, Position der Vorderachse) blieben unverändert, so dass eine stilisierte US-Zugmaschine entstand.
Von 1979 bis 1981 bot Mack die F-Serie in Europa auch als FM-Serie mit weiter nach hinten versetzter Vorderachse an, von denen 647 Exemplare vor allem nach Großbritannien, Skandinavien, in die Niederlande, nach Belgien und in Türkei verkauft wurden.
Letztlich kommt das Wiking-Modell der FM-Serie von Mack am nächsten, auch wenn es kein exaktes Modell des Vorbildes ist. Da es der Systematik der Datenbank entspricht, die Wiking-Modelle nach ihren Vorbildern zu sortieren, haben wir die stilisierte US-Zugmaschine als Mack FM 786 T (4x2) bzw. ST (6x4) eingetragen.