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Mercedes-Benz LP/LPS 1620/1624/1632 + 2223/2232

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Mercedes-Benz LP/LPS 1620/1624/1632 + 2223/2232

Von Torsten Reck

Auf der IAA in Frankfurt 1963 präsentierte Mercedes den LP 1620 Frontlenker der neuen schweren Nutzfahrzeug-Generation mit dem völlig neuen, sogenannten "kubischen" Fahrerhaus.

Die StVZO begrenzte die Maße und Gewichte zum damaligen Zeitpunkt auf 15 m bei Sattelzügen und 16,5 m bei Lastzügen, das zulässige Lastzuggewicht (zLG) auf 32 t und verlange eine Mindestmotorisierung von 6 PS je Tonne (192 PS bei 32 t). Daher gab es zunächst nur die Kombination aus Zweiachs-Zugmaschine und Zweiachs-Hänger/-Auflieger.

Zum 1.5.1965 wurde die StVZO geändert. Das zLG wurde auf 38 t erhöht, Lastzüge durften bis zu 18 m lang sein. Damit konnten Zweiachs-Zugmaschinen wieder mit Dreiachs-Hängern kombiniert werden. Die maximale Länge von Sattelzügen blieb bei 15 m, jedoch war am Auflieger nun eine Achslast von 2 x 10 t möglich, wenn die Achsmitten 2,35 m auseinander waren. Ein entsprechendes Doppelachs-Spuraggregat mit 20 t Achslast wurde von der Firma Schmitz aus Altenberge angeboten und von Wiking bei den Aufliegern für Langpritsche (51a), Großraumkoffer (51b) und Container (52, 52a, 52b, 52c, 52s) nachgebildet. Zusammen mit einer Zweiachs-Zugmaschine wurde so ein zLG von 36 t, mit einer Dreiachs-Zugmaschine mit einer oder zwei angetriebenen Achsen von 38 t möglich.

Von der Mindestmotorleistung von 6 PS/t (228 PS bei 38 t) gab es für Lkw mit mehr als 32 t zLG befristet eine Ausnahme. Bei Erstzulassung bis zum 31.12.1965 reichten 5 PS/t (190 PS bei 38 t), bis zum 31.12.1968 5,5 PS/t (209 PS bei 38 t).

Zum 1.1.1972 trat eine weitere Verschärfung in Kraft. Alle erstmals zugelassenen Lkw mit mehr als 28,5 t zLG (für die anderen galt dies bereits ein Jahr eher) benötigten nun eine Mindestmotorleistung von 8 PS/t (256 PS bei 32 t ZLG, 304 PS bei 38 t zLG). Diese Verschärfung wurde erst zum 25.4.76 außer Kraft gesetzt.

Mercedes reagierte auf die gesetzlichen Anforderungen in dem die Leistung des R6-Motors im Laufe der Zeit von 200 auf 210, 230 bzw. 240 PS gesteigert wurde. Für die ab dem 1.1.1972 geforderten 8 PS/t wurden jedoch neue Motoren benötigt. Mercedes bot einen V8-Motor mit 256 PS und einen V10-Motor mit 320 PS an. Ausschließlich für diese neuen Motoren wurden Änderungen an der Kabine vorgenommen. Das Fahrerhaus war nun kippbar. Das Dach wurde erhöht und quer- statt längsversteift. Die Tür ging nun runter bis zur Stoßstange statt bis zum Kotflügel, so dass die Trittmulden unterhalb der Tür entfielen. Bei den kippbaren Kabinen befanden sich die Blinker nicht mehr gemeinsam mit den Frontscheinwerfern in der Stoßstange sondern separat auf der Stoßstange.

Wiking hat die nicht kippbare Kabine jeweils in der kurzen und langen (ab 1965 von Mercedes angebotenen) Variante nachgebildet. Anstelle der nicht kippbaren langen Kabine trat später die Nachbildung der kippbaren Version (anders als beim MAN F 7/8 aber nicht kippbar ausgeführt).


Übersicht Vorbild

a) zweiachsig

1963DetailLP 1620, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 200 PS, R6-Motor, 16 t zGG, 32 t zLG (ab 1.5.65: 38 t zLG)
1964DetailLP 1620, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 210 PS, R6-Motor, 16 t zGG, 32 t zLG (ab 1.5.65: 38 t zLG)
1965-66DetailLP 1620, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 210 PS, R6-Motor, 16 t zGG, 38 t zLG
1967-68DetailLP 1623, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 230 PS, R6-Motor, 16 t zGG, 38 t zLG
1969-71DetailLP 1624, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 240 PS, R6-Motor, 16 t zGG, 38 t zLG
1972-74DetailLP 1624, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 240 PS, R6-Motor, 16 t ZGG, 30 t zLG (ab 25.4.76: 38 t zLG)
1972-74DetailLP 1626, Kabine kippbar, querversteift, 256 PS, V8-Motor, 16 t zGG, 32 t zLG (ab 25.4.76: 38 t zLG)
1970-74DetailLP 1632, Kabine kippbar, querversteift, 320 PS, V10-Motor, 16 t zGG, 38 t zLG

b) dreiachsig, zwei angetriebene Achsen (6 x 4)

1967-68DetailLP 2223, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 230 PS, R6-Motor, 22 t zGG, 38 t zLG
1969-71DetailLP 2224, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 240 PS, R6-Motor, 22 t zGG, 38 t zLG
1972-74DetailLP 2224, Kabine nicht kippbar, längsversteift, 240 PS, R6-Motor, 22 t zGG, 30 t zLG (ab 25.4.76: 38 t zLG)
1972-74DetailLP 2226, Kabine kippbar, querversteift, 256 PS, V8-Motor, 22 t zGG, 32 t zLG (ab 25.4.76: 38 t zLG)
1972-74DetailLP 2232, Kabine kippbar, querversteift, 320 PS, V10-Motor, 22 t zGG, 38 t zLG


Maßstab 1:90

Version 1 kurzes Fahrerhaus, längsversteift

Lastwagen-Fahrgestell (zweiachsig)

1965Detail43g Mercedes LP 1620 Fernlaster mit Pritsche und Verdeck
1966Detail43g Mercedes LP 1620 Fernlastzug mit Anhänger
1973Detail43b Bundesbahn-Fernlastzug mit Dreiachs-Hänger (40d)
2005DetailAuftragsmodell "35 Jahre Truck Trailer Rental" Mercedes LP 1624 mit Dreiachs-Hänger (40d)
2010Detail0435 Pritschenlastzug MB LP 1620 mit 3-Achs-Anhänger (48a)
2012Detail0410 Stahlpritschenhängerzug MB LP 1620
2014DetailAuftragsmodelle MP LP 1620 Fernlastzug mit Dreiachs-Hänger

Sattelzug-Fahrgestell (zweiachsig)

1965Detail52g Großraum-Sattelschlepper Mercedes LPS 1620
1968Detail52c Container-Sattelzug mit abnehmbaren 40 Fuß-Container
1969Detail52k Großer Tiefkühlwagen-Sattelzug mit Mercedes-Zugmaschine
1972Detail51k Mercedes-Sattelzug mit Kofferaufbau
1972Detail52k Thermotransport-Sattelzug
2011Detail0805 Flüssiggassattelzug MB 1620
2014Detail0513 Koffersattelzug MB 1620

Lastwagen-Fahrgestell (dreiachsig)

1969Detail43d Mercedes 2223 Dreiachser mit Großpritsche und Ladung


Version 2 langes Fahrerhaus, längsversteift

Sattelzug-Fahrgestell (dreiachsig)

1971Detail51a Mercedes 2223 Sattelzug mit Langpritsche
1971Detail52s Stahl-Container-Sattelzug mit Mercedes 2223
1972Detail51b Mercedes Großraum-Sattelzug
1972Detail80s Shell-Tankzug mit Heckklappe

Version 3 langes Fahrerhaus, querversteift

Sattelzug-Fahrgestell (zweiachsig)

2012DetailTanksattelzug Mercedes-Benz LPS 1632

Sattelzug-Fahrgestell (dreiachsig)

1973Detail45 Großer Lieferwagen mit Ladeklappe
1973Detail51a Mercedes Sattelzug mit Langpritsche
1973Detail51b Mercedes Großraum-Sattelzug
1973Detail52s Stahl-Container-Sattelzug
1973Detail80s Shell-Tankzug mit Heckklappe
2011Detail0504 Schwerlastzug

Für einen 38 t-Sattelzug wurden ab dem 1.1.1972 mindestens 304 PS benötigt, so dass es sich bei den Modellen um LPS 2232 handelt.


Maßstab 1:160

Version 1 langes Fahrerhaus, längsversteift

1969DetailN 5 Container-Sattelzug mit abnehmbaren 40 ft Container
1969DetailN 5s Mercedes-Sattelzug mit Langpritsche und abnehmbaren Verdeck
1970DetailN 4 Mercedes LP 2224, Dreiachs-Lkw mit Pritsche und Verdeck
1970DetailN 5k Kühlwagen-Sattelzug mit Mercedes LPS 2224 Zugmaschine
1975DetailN 41 Fernlastzug MB Dreiachs-Lkw, Zweiachs-Anhänger
1983Detail9082 Shell-Tankzug

Bemerkenswert ist, dass die dreiachsige Zugmaschine zuerst in Spur N (1970) und dann in Spur H0 (1971) verwirklicht wurde, und für Spur N eine aktuelle Motorenbezeichnung (LPS 2224) und für Spur H0 eine ältere (LPS 2223) von Wiking verwendet wurde.


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