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Dolly

Um die Last schwerer Transporte auf möglichst viele Achsen verteilen zu können, fügt man oftmals zwischen die Sattelzugmaschine eine Art von Adapter ein, der die von seiner Sattelplatte aufgenommene Kraft zum Teil an die Sattelplatte des Zugfahrzeuges (und damit auf dessen 3-4 Achsen), zum Teil an zwei zusätzliche Achsen weitergibt.


© Foto: WDB

So können die zulässigen Achs- und Meterlasten auch bei außergewöhnlichen Ladungen eingehalten werden.

Doppelachsaggregat


Magirus 235 Kühlcontainersattelzug mit Doppelachsaggregat © Foto: WDB

Als Doppelachsaggregat bezeichnet man zwei gegenüber dem Hauptrahmen des Fahrzeuges in einem eigenen Rahmen gelagerte bewegliche Achsen.

Doppelkabine

Die Doppelkabine kommt i. d. R. bei Lieferwagen zur Anwendung. Sie bezeichnet eine Kabine mit zwei Sitzreihen und zusätzlichem Zugang zur hinteren Sitzreihe.


© Foto: WDB

Sonderfälle der Doppelkabine finden sich bei Feuerwehrfahrzeugen, wo zwischen Staffel- und Gruppenkabine unterschieden wird.

Drahtachser + Rollachser



Drahtachser (Quetschachser, Knipsachser, "feste Achsen") = feststehende, durch Erhitzung in den Kunststoff gesetzte ("gequetschte") Metallachsen, auf denen sich die Räder drehen. Die Metallachsen wurden am Ende flachgeknipst, um ein Abrutschen der Räder zu vermeiden.


Rollachser = in der Achshalterung rollende Metallachsen, auf denen die Räder festgesteckt sind.

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Fahrerhaus

auch als Fahrerkabine, Führerkabine oder Führerhaus bezeichnet

Der Streit ob der korrekten Bezeichnung (Merke: Der bereits aus den 1930er Jahren stammende Kalauer „Der Führer ist ein dummes Schwein – denn er hat keinen Führerschein...!”) ist bisher offiziell unentschieden, da der Gesetzgeber zwar einerseits von der Fahrerlaubnis (auch: Lenk- bzw. Fahrberechtigung), andererseits aber vom Führerschein (der Urkunde, die dieses Recht verkörpert) spricht. Vorherrschend scheint jedoch (insbesondere bei den Herstellern) heute der Begriff Fahrerhaus zu sein.

Man unterscheidet zwischen Nahverkehrs-Fahrerhäusern (die keine Möglichkeit für die Unterbringung des Fahrpersonals und dessen persönlicher Habe für einen längeren Zeitraum bieten



Fernverkehrsfahrerhäusern (die i.d.R. mit relativ komfortablen Schlafstellen und ausreichend Stauraum zur Unterbringung der persönlichen Habe des Fahrpersonales einschließlich evtl. Vorräte versehen sind)



dem mittellangen Fahrerhaus (welches eine Zwischenversion zwischen beiden darstellt, die mit schmalen Ruheliegen ausgestattet ist, die eine gelegentliche Nutzung im Fernverkehr ermöglichen oder dem Fahrer bequeme Pausen ermöglichen)



Für ausschließlich im Langstrecken-Verkehr eingesetzte Fahrzeuge schaffen Unternehmen oftmals Hochdach-Fahrerhäuser an, die noch mehr Bewegungsfreiheit und Stauraum bilden als ein normales Fernverkehrfahrerhaus



Die sog. Top-Sleeper entstanden im Zuge der Laderaum-Optimierung (Ausnutzung der max. Ladelänge), indem man auf ein ein Nahverkehrs-Fahrerhaus oben eine Kabine aufsetzte. Da diese jedoch für das Fahrpersonal nur schwer zu erreichen ist und zudem diese Fahrzeuge sehr geringen Komfort bieten, ist die Neu-Zulassung in der EU inzwischen verboten worden (im Wiking-Programm nicht vorhanden).

Weitere Varianten sind die Doppelkabine bzw. bei der Feuerwehr die Trupp-, Gruppen- und Staffelkabine.

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Fahrtrichtungsanzeiger

Während in der Anfangszeit der Kraftfahrzeuge noch Handzeichen ausreichten, machte der zunehmende Verkehr eindeutige Regelungen nötig. Zunächst führte man den mechanischen Fahrtrichtungsanzeiger („Winker“) ein (meist seitlich hinten am Führerhaus bzw. bei PKW in der Fahrzeugmitte (B-Säule), später wg. der besseren Signalwirkung den elektrischen Fahrtrichtungsanzeiger („Blinker“; an allen vier Fahrzeugecken).

Bei Wiking finden sich z. T. beide Varianten:


ohne Fahrtrichtungsanzeiger sowie mit Blinker © Fotos: WDB

Sie sind mitunter ein wichtiges Unterscheidungskriterium bei Modellen, die über einen langen Zeitraum produziert wurden.

Faltwandaufbau



Mercedes-Benz Econic © Foto: WDB

Faltwandaufbauten sind Kofferaufbauten, deren seitliche Wände komplett geöffnet werden können.

Frachtführer, Spediteur und Logistiker

Ausnahmsweise drei Begriffe abseits der Modelle, deren Kenntnis im Zusammenhang mit den Beschriftungen jedoch nötig ist: Frachtführer, Spediteur und Logistiker.

Jeder kennt den Kalauer: „Wenn man mehrere Laster hat, kann man ja ’ne Spedition eröffnen!“. Aber das ist es dann auch schon. Doch was steckt dahinter?

Nicht jeder, der Lkw einsetzt, ist ein Spediteur. Nicht jede Spedition setzt Lkw ein. Und sowohl ein Frachtführer als auch ein Spediteur können Logistiker sein – müssen es aber nicht, während ein Logistiker immer entweder Frachtführer oder Spediteur oder sogar beides ist.

Kling kompliziert? Keine Angst, das ist kein Hexenwerk! Stark vereinfacht:

Jeder Unternehmer, der gewerblich Güterverkehre für Dritte mit eigenen Fahrzeugen durchführt, ist ein Frachtführer (Sind die Transporte nicht für Dritte, sondern Zuführung bzw. Abfuhr von Materialien für das eigene Unternehmen, so handelt es sich um sog. Werkverkehr). Früher nannte man einen Einzelunternehmer Fuhrmann, besonders in den neuen Bundesländern hat sich der Begriff Fuhrunternehmung (auch als Anschrift auf den Fahrzeugen) bis heute gehalten.

Ein Unternehmer, der gewerblich Transporte für andere organisiert (zu Land, Wasser oder in der Luft), ist ein Spediteur. Dabei ist es unerheblich, ob er eigene Fahrzeuge einsetzt oder sich der Hilfe anderer bedient. Es gibt sogar Speditionen, die gar keine eigenen Fahrzeuge haben, sondern ausschließlich mit anderen Unternehmen arbeiten und dazu nur ein Büro mit Telefon und Fax benötigen (sog. „Sofa-Spediteure“). Heute ist es oft so, dass Speditionen einen gewissen eigenen Fuhrpark für die Grundauslastung haben, der bei Bedarfsspitzen durch Dritte (“Sub-Unternehmer”) ergänzt wird. Diese fahren sogar oftmals in seiner Werbung und sind vom eigenen Fuhrpark kaum zu unterscheiden.

Logistiker hingegen sind Anbieter, die dem Auftraggeber Mehrleistungen über den bloßen Transport hinaus anbieten.

Das kann z. B. die Verpackung und Zwischenlagerung beim Produzenten, die Ausbesserung kleiner Fehler nach der Endkontrolle, der Betrieb eines Call-Centers zur Organisation der Auslieferung an die Besteller der Ware, aber auch die Auffüllung von Regalen z. B. in einem Supermarkt, die Faktura oder die Ent-Konservierung von Fahrzeugen vor der Auslieferung sein – die Möglichkeiten sind vielfältig.

Der Haken: Heute scheint es chic, auch als „kleine Klitsche“ klotzig als „XY Spedition und Logistik“ zu firmieren – und die Mehrheit sowohl der Unternehmer als auch deren Kunden merkt es nicht einmal ...

Frontlenker

Als Frontlenker (in den 30er Jahren noch: Stumpf-Schnauzer) werden Fahrzeuge bezeichnet, bei denen das Führerhaus nicht hinter, sondern auf dem Motor angeordnet ist. Diese Bauform kam zu Beginn der 30er Jahre auf und wurde von Daimler-Benz zunächst als vorübergehende Modeerscheinung belächelt ...


MAN TG-A

Vorteile dieser Konstruktion waren, dass bei gleicher zulässiger Fahrzeuglänge die Ladelänge gesteigert werden konnte und die Fahrzeuge übersichtlicher und leichter manövrierbar waren. Nachteil war, dass die Zugänglichkeit des Motors eingeschränkt war bzw. aufwendigere Mechanismen (Kippmechanismus) erforderte. Zudem hatten zu Beginn die Fahrer noch Bedenken, da sie die Motorhaube als „eingebaute Lebensversicherung“ betrachteten. Diese Bedenken wurden aber angesichts der überwiegenden Vorteile bald fallengelassen. Heute ist der Frontlenker in Europa die Regel-Ausführung des Lkw-Fahrerhauses.

Gardinenplanenaufbau (Curtainsider)


MAN TG-A

Aufbau (meist als Sattelauflieger, oft mit innenliegenden seitlichen Bordwänden), bei dem die Plane seitlich wie eine Gardine verschiebbar ist, was zu deutlicher Zeitersparnis beim Be- und Entladen führt.