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Schwalbennest

Als Schwalbennest bezeichnet man einen in den 1940er Jahren entstandenen Vorläufer des Fernverkehrs-Fahrerhauses.

Während zuvor die Hauber-Lkw i.d.R. über eine durchgehende Sitzbank verfügten, die bestenfalls einem Mitarbeiter als Ruheliege dienen konnte und zu jener Zeit noch die Übernachtung der Personale in Gasthäusern oder Autohöfen erforderte, baute man nun an der Kabinenrückseite eine schmale Liege ein, die über die Ladefläche reichte und in spartanischer Weise auch die Unterbringung zweier Mitarbeiter ermöglichte (1x Schwalbennest, 1x Sitzbank).

Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen setzte sich aber das Fernverkehrsfahrerhaus durch, lediglich bei Autotransportern wird diese Bauform heute gelegentlich noch verwendet.

Siloaufbau



MAN F 90 Silofernlastzug © Foto: WDB

Silofahrzeuge sind Fahrzeuge mit geschlossenen Behältern, die im Gegensatz zum Tankfahrzeug dem Transport staubförmiger Güter dienen. Die Entladung erfolgt entweder durch Gravitation (ankippen oder sog. Euter-Silo) oder mit Gebläse.

Sprengwagen

Sprengwagen sind Tankwagen, die mit Hilfe einer meist unter der vorderen Stoßstange angebrachten Einrichtung die Straße über die Fahrzeugbreite hinaus mit Wasser benetzen können.


Ford 3500, Magirus S 3500, Büssing 4500 © Fotos: WDB

Sie entstammen einer Zeit, in der viele Straßen, Wege und Plätze noch unbefestigt und damit sehr staubig waren. Durch das Nässen konnte der Staub gebunden werden, was das Zusammenkehren von Hand oder mit angehängter Kehrwalze erleichterte. Eine automatische Aufnahme des Kehrgutes durch das Fahrzeug erfolgte noch nicht, dies musste von Hand geschehen.

Staffelkabine



© Foto: WDB

Die Staffelkabine bezeichnet bei der Feuerwehr ein Führerhaus in Form einer Doppelkabine, in dem Maschinist, Staffelführer und 4 Trupp-Männer (also 6 Personen) samt Ausrüstung untergebracht werden können.

Tankaufbau



Rundtank oder Koffertank (gestauchte Form ohne Druck mit günstigerem Schwerpunkt) © Fotos: WDB

Tankfahrzeuge sind Fahrzeuge mit geschlossenen Behältern, die im Gegensatz zum Silofahrzeug dem Transport flüssiger oder gasförmiger Güter (z.T. sogar unter Druck) dienen. Die Entladung erfolgt mit Hilfe einer Pumpe.

Taxischilder



Taxischild aufgesetzt mit Papieraufkleber ohne Sockel


Taxischild aufgesetzt mit Papieraufkleber mit Sockel


Taxischild als Bestandteil der Karosserie mit Abziehbild


Taxischild aufgesetzt mit Aufdruck


Taxischild modern mit Ausleger + Aufdruck (hier am Spritzast)

© Fotos: Auktionshaus Saure (1, 2, 3), Lutz Fänger (4), Marco Gerdes (5)

Truppkabine



Iveco Drehleiter © Foto: WDB

Die Truppkabine bezeichnet bei der Feuerwehr ein Standard-Führerhaus, in dem Maschinist und 2 Trupp-Männer (also 3 Personen) samt Ausrüstung untergebracht werden können.

Türen

Selbst so etwas profanes wie Türen kann man noch einteilen: Es gibt Dreh-, Falt- Schwenk- und Portaltüren.

Drehtüren sind solche, bei denen die Tür „klassisch“ um eine Angel herum gedreht wird – die Normaltür.

Falttüren sind in erster Linie aus dem Bus-Bau bekannt, werden aber z. B. auch z. T. bei den Beifahrertüren des Mercedes-Benz Econic eingesetzt: die Türen werden in Teilen und i. d. R. rechtwinklig zur geschlossenen Position nach innen geöffnet.


Mercedes-Benz Econic Pressmüllwagen

Schwenktüren sind ebenfalls aus dem Bus-Bau bekannt: die Türen werden parallel zur geschlossenen Position nach außen geöffnet.


MAN SL 202 Stadtbus © Fotos: WDB

Bei den Aufbauten kommt neben der traditionellen klappbaren Bordwand oder der Ladebordwand noch die Portaltür in Betracht. Portaltüren werden bei Planen-Aufbauten mit Hamburger Verdeck eingesetzt. Sie entsprechen normal hohen Türen, wie sie sonst bei Kofferaufbauten zum Einsatz kommen. Der Vorteil liegt in der Zeitersparnis beim Öffnen. Portaltüren sind im Wiking-Programm derzeit nicht erhalten.

Zapfwelle



Mercedes-Benz Unimog U 406 mit Zapfwellenanschluss frontseitig am Grill © Foto: WDB

Bei land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen front- und/oder heckseitig vorhandene Vorrichtung, bei der mit Hilfe eines Nebenabtriebs (nicht Antriebs!) des Motors Rotationskräfte an Anbaugeräte oder angehängte Maschinen übertragen werden können.

Zentralachsanhänger

Zentralachsanhänger sind solche Anhänger, bei denen zwei oder mehr Achsen so zur Fahrzeugmitte verschoben werden, dass sich das Fahrzeug wie ein Einachsanhänger fährt.


MAN TG-A © Foto: WDB

Den Vorteilen Einsparung Deichsel/Drehschemel und leichteres Rangieren steht als Nachteil eine wesentlich schlechtere Fahrdynamik (insbesondere bei ungleichmäßiger Beladung) entgegen.